Vegetarisch

Kürbis-Wölkchen

So nennen Franzi und ich sie gerne liebevoll. Selbstgemacht aus Kürbis, Mehl und Käse – mein Liebling im Herbst. In Wahrheit steckt aber nichts anderes dahinter als Kürbis-Gnocchi. Wer glaubt, dass es Gnocchi, bzw. unsere Kürbiswölkchen, nur in Italien gibt liegt falsch. Sie sind, wie so vieles, ein schnell gemachtes günstiges Essen. Vor allem im Alpenraum am Land sind die kleinen Knödelchen – so heißen sie übersetzt – sehr beliebt. Man braucht nicht mehr als Kartoffeln (mein Rezept ist stattdessen mir Kürbis), Mehl und Eier. In der Luxusvariante noch Käse dazu. Auch wenn man heute noch auf der Landstraße durch Slowenien fährt findet man in den kleinen Gaststätten traditionelle Gerichte wie „Gnocchi al Ragu“ – das solltet ihr bei eurem nächsten Aufenthalt unbedingt mal versuchen!

Auch unsere traditionellen Kartoffelknödel sind eigentlich nichts anderes. Nur größer und eher als Beilage gedacht. Ich merke immer mehr, dass die Küche eigentlich keine Staatsgrenzen kennt. Vieles das es bei uns gibt, gibt es auch in Österreich, Italien oder auch Slowenien – nur etwas abgewandelt und sprachbedingt mit anderem Namen. Deshalb möchte ich euch heute einfach mal zeigen, wie man Kürbis noch ganz anders, aber doch alpenländisch zubereiten kann. Seid gespannt!

Frischen Kürbis könnt ihr euch zum Beispiel vom Biohof Lecker direkt an die Haustüre liefern lassen. Auch die Naturgärtnerei Ziegler hat welche im Angebot. Das Mehl hole ich mir gerne frisch aus der Mühle in Teisendorf.


Ihr braucht:

Für etwa 6-8 Portionen | 2 Stunden | Rezept drucken
1 Hokkaido-Kürbis (ca. 1 kg)
500 g feines Weizenmehl
200 g fein geriebenen harten Bergkäse
2 Eier

So wird’s gemacht:

Der Kürbis wird erstmal entkernt. Dafür halbiert ihr ihn und entfernt mit einem großen Löffel die Kerne aus der Mitte. Danach schneidet ihr ihn in etwa 2 cm dicke Spalten und legt ihn auf ein Backblech. Der Kürbis darf nun für mind. 30 Minuten bei 180 °C Umluft in den Ofen. Ziel ist es den Kürbis weich zubekommen. Damit wir ihn im nächsten Schritt mit dem Stabmixer ganz fein pürieren können.


Lasst das Püree etwas abkühlen, bevor ihr weiter macht.

Die Kürbismasse kommt nun zusammen mit den Eiern, und gut der Hälfte des Mehls in eine Schüssel. Unter ständigem rühren gebt ihr immer mehr Mehl und auch den Käse dazu. Es soll ein fester Teig entstehen, der nicht mehr klebt. Es kann gut sein, dass ihr mehr Mehl als die angegebene Menge braucht. Das liegt oft auch am Kürbis selbst. Mal hat er mehr Wasser, mal weniger. Vertraut einfach auf euer Gefühl. Gut salzen und Pfeffern nicht vergessen. Ich geben gerne auch noch Muskat dazu – das passt hervorragend.


Sobald ihr mit eurem Teig zufrieden seid, geht es ans Formen. Dafür trenne ich immer wieder kleine Teile ab und rolle sie in dünne Würste (etwa 8 mm hoch). Danach schneidet ihr euren Strang in kleine Eckchen. So dass Würfel entstehen. Ein kleiner Tipp: Macht sie lieber etwas kleiner, denn im Wasser verdoppeln sie sich fast! Schaut mal hier am Bild:

Das ist die einfachste Form der Gnocchi. So werden sie immer am Land serviert. Schnell und einfach zubereitet ohne viel Chichi.

Wenn ihr es ein bisschen hübscher haben wollt könnt ihr auch mit einer kleinen Kuchengabel ein Muster reindrücken:


Und wenn ihr Wölkchen wollt, so wie wir das gemacht haben, dann braucht ihr dazu ein gerilltes Holzbrett. Das bekommt ihr in gut sortierten Küchengeschäften oder online. Ich habe meines mal vor Jahren in Sterzing gekauft. Hierbei wird die einfache Variante einfach fest mit dem Daumen über das Brett gerollt.


Wenn ihr mit der Handarbeit fertig seid könnt ihr die Wölkchen in leicht gesalzenem Wasser für etwa 2 Minuten kochen – wenn sie durch sind schwimmen Sie (wie auch Kartoffelknödel) an der Wasseroberfläche.

Ich mache es meistens so:
Eine kleine Portion gibt es immer gleich, mit selbst gemachter Tomatensoße. Den großen Rest friere ich portionsweise ein. Da müsst ihr aber folgendes Beachten:
– gebt sie nicht gleich in eine Tüte, sondern legt sie erst einzeln, nebeneinander in den Froster. Sonst klebt alles zusammen. Wenn sie leicht angefroren sind, könnt ihr sie in Gefrierbeutel abfüllen.
– Taut die Wölkchen nicht vorher auf. Sie kommen gefroren in das kochende Wasser! Sie brauchen nur etwas länger um gar zu werden.


Viel Spaß beim Nachmachen!

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